maerchenstundeeeEs war einmal eine große Stadt an einem langen Fluss, die hatte einen geheimnisvollen Stadtteil, dessen Existenz die Partei-Räte über Jahre für ein Märchen hielten. Nur hinter vorgehaltener Hand sprach man über diesen Teil der Stadt, den die Bürger Mariahof nannten.

Erst als viele Menschen in der großen Stadt am langen Fluss Asyl begehrten, wurde den Räten bewusst, dass es Mariahof tatsächlich gab. Und eilig kamen sie in diesen Stadtteil, sahen sich um und entdeckten voller Freude ein Grundstück, auf dessen Grund und Boden sie “Sozialwohnungen” bauen wollten, um diejenigen dort unterzubringen, die Asyl begehrten.

Wütend waren die Bürger in Mariahof, denn da sie vorher für die Räte gar nicht existierten, kamen sie nicht in den Genuss von Zuwendungen durch die große Stadt am langen Fluss. Stiefmütterlich behandelt wurden sie, und so machten sie ihrem Unmut Luft. Sie wollten keine Sozialbauten, sie wollten endlich selbst als Stadtteil wahrgenommen werden.

Trotzdem beschlossen die Räte, das gefundene Grundstück für diejenigen zu verwenden, die Asyl begehrten, und ihnen dort ein schmuckes neues Haus zu errichten, bei dem sie auch noch so taten, als sei es für alle Bürger im neu entdeckten Stadtteil nutzbar. Nun wurden die Bürger noch wütender, denn sie selbst mussten in alten, abgenutzten Wohnungen leben, und niemand kümmerte sich um ihre Bedürfnisse.

Weil aber in dem Land, in dem die große Stadt am langen Fluss lag, eine große Wahl bevorstand, dachten sich die Räte, man müsse nun ein Zeichen setzen. Und flugs versprach man den Bürgern in Mariahof, auch ihre Wohnungen schön herzurichten, damit sie am Wahltag die Räte brav wählen würden.

Und wenn die Räte nicht gestorben sind, dann glauben sie noch heute, die Bevölkerung würde ihre Märchen nicht durchschauen…

Hintergrund: Nur 3 Tage vor der Landtagswahl kam man auf die Idee, dass die maroden Sozialwohnungen in Mariahof renovierungsbedürftig seien, nun sollen 7 Millionen Euro investiert werden. Etwas, das die Menschen in Mariahof schon seit langem forderten, das aber nie realisiert wurde. Erst als die Stadt ein städtisches Grundstück ausmachte, auf dem nun Sozialwohnungen für Asylbegehrende entstehen sollen, erinnerte man sich daran, dass der Stadtteil existiert und zu Trier gehört. Das aber auch erst, nachdem die Mariahofer sich klar gegen die Sozialwohnungen positionierten und verlangten, dass der Stadtteil auch unabhängig davon endlich der Förderung bedürfe. Für wie dumm halten die Altparteien eigentlich die Trierer? Glauben sie wirklich, dass diese “7-Millionen-Euro-Pille” nun dafür sorgen wird, dass die Mariahofer alles vergessen und ihr Kreuzchen brav bei den Altparteien machen?

Wahltag ist Zahltag, liebe Mariahofer! Es gibt nur eine Partei in Trier, die euch nicht vergessen hat!