Politiker der AfD sollen zum evangelischen Kirchentag 2019 nach dem Willen der Veranstalter nicht eingeladen werden. Dazu erklärt der kirchenpolitische Sprecher der rheinland-pfälzischen AfD-Fraktion MdL Michael Frisch: „Die AfD ist zur Zeit zweitstärkste Partei und stellt die größte Oppositionsfraktion im Deutschen Bundestag. Mehr als 6 Millionen Wähler haben ihr bei der letzten Wahl ihre Stimme gegeben, darunter auch viele katholische und evangelische Christen. Dass sich die Kirchentagsleitung vor diesem Hintergrund einem Dialog mit AfD-Politikern verweigert, ist nicht akzeptabel.

Wer Menschen wegen ihrer politischen Gesinnung zu unerwünschten Personen erklärt, der führt nicht zusammen, sondern spaltet. Dabei ist es die Aufgabe der Kirchen, für den Zusammenhalt in unserer Gesellschaft einzutreten und dazu das Gespräch mit allen zu suchen. Zweifellos kommen Politiker, die sich in der AfD engagieren, angesichts der Probleme der Gegenwart zu anderen Lösungsvorschlägen als der politische Mainstream. Das jedoch ist nicht nur Ausdruck einer lebendigen Demokratie, sondern gehört auch zu der von Luther geforderten ‚Freiheit eines Christenmenschen‘.

Gerade die evangelische Kirche hat in der Geschichte durch einen zu engen Schulterschluss mit den Mächtigen die Botschaft des Evangeliums mehr als einmal verdunkelt. Im Hinblick darauf wäre man gut beraten, in der aktuellen politischen Debatte ausreichende Distanz zu den Regierenden zu halten und eine kritische Oppositionspartei nicht pauschal auszugrenzen. Eine Kirche, der die Mitglieder in Scharen davonlaufen, sollte sich auf ihr eigentliches Kerngeschäft besinnen und die herrschende Politik nicht zum Maßstab des Glaubens machen.

„Ich fordere den Kirchentag auf, seine Entscheidung noch einmal zu überdenken und das Gespräch mit der AfD zu suchen. Dies ist nicht nur eine Frage von Fairness und Gerechtigkeit, sondern das gebietet auch der Respekt vor den vielen christlichen Mitgliedern und Wählern der Partei.

Michael Frisch ist kirchenpolitischer Sprecher der AfD-Fraktion im Landtag Rheinland-Pfalz