Der Bund der Steuerzahler stellt der Stadt Trier in Sachen Stadttheater ein miserables Zeugnis aus: Das Haus am Augustinerhof stünde am „finanziellen Abgrund“, Trier müsse sich eingestehen, dass es „kein eigenes Theater brauche“.

Der Tag, an dem die anderen Parteien im Stadtrat einsehen, dass das Stadttheater ein Fass ohne Boden ist, wird so schnell nicht kommen“, vermutet der stellvertretende Kreisvorsitzende der AfD Mario Hau. „Stattdessen hat man mit der Vertragsverlängerung für Karl Sibelius bewiesen, dass eine große Mehrheit vernunftorientierten Lösungen im Wege steht. Man setzt lieber einen falschen Weg fort, als sich selbst einen Fehler einzugestehen. Nämlich den, Sibelius überhaupt nach Trier geholt zu haben. Genau diese Einsicht aber wäre dringend notwendig, um die Divergenz zwischen Kosten und Einnahmen endlich zu beheben. Das Stadttheater nutzen nur etwa 10% der Bürger, es verschlingt jedoch mehr als 40% des freiwilligen Haushalts der Stadt. Gleichzeitig spricht Intendant Sibelius von Unterfinanzierung. Im Interesse des Gemeinwohls kann das kaum sein!“

Träumereien beenden: Keine Erweiterung der Spielfläche, keinen Neubau und auch keine teure Sanierung

Die aktuellen Pläne zum Theater lehnt Hau ab: „Träumereien des Kulturdezernats, dem Stadttheater in seiner jetzigen Verfassung eine Verdoppelung der Grundfläche, einen Neubau oder eine teure Sanierung zu spendieren, müssen vor dem Hintergrund der aktuellen Ereignisse als ausgeträumt gelten. Anstatt darüber nachzudenken, noch mehr Geld in den Theaterbetrieb zu pumpen, bedarf es eines klaren und zukunftsorientierten Konzepts, das den Haushalt der Stadt und damit die Steuerzahler stark entlastet.“

Für Hau sind sofortige Einsparmaßnahmen, wie beispielsweise die Schließung einer oder mehrerer Sparten, unumgänglich: „Kein anderes Amt der Stadt Trier beschäftigt so viel Personal wie das Theater. Im Hinblick auf die damit verbundenen hohen Kosten muss auch hier angesetzt werden. Gelingt es nicht, die Ausgaben deutlich zu reduzieren, muss man sich am Ende tatsächlich die Frage stellen, ob der Weiterbetrieb des Stadttheaters Sinn macht.“ Komme der Tag, an dem das Stadttheater schließen müsse, gingen sehr schnell sehr viele Arbeitsplätze verloren. Dem müsse die Stadt bereits jetzt durch eigene Initiativen und Sparkonzepte begegnen.

Auch für das Theater gelten die Grundsätze der Wirtschaftlichkeit und der gerechten Verteilung öffentlicher Mittel

Im Hinblick auf die Bedeutung des Theaters als Teil unserer kulturellen Tradition ist für den AfD-Politiker eine Förderung aus Steuermitteln grundsätzlich in Ordnung: „Aber dies bedeutet keineswegs, dass wir das Geld mit vollen Händen aus dem Fenster werfen, sobald es um kulturelle Dinge geht. Eine Kommune, die ohnehin schon stark verschuldet ist, kann sich eben keinen überteuerten Kulturbetrieb leisten. Auch für das Theater gelten die Grundsätze der Wirtschaftlichkeit und der gerechten Verteilung knapper Mittel. Alles andere wäre dem steuerzahlenden Bürger gegenüber nicht zu rechtfertigen.“